Die Ballade von der Meise
Ein kleines Meisenvogelkind,
Das träumt es fliegt im Sommerwind
Will in die Lüfte sich erheben
Will Sommer, Sonne, Sang erleben
„Wie gerne würd ich einmal fliegen,
in Baumwipfeln mich selig wiegen!“,
so spricht das Kind zu seinen Eltern
Doch die beginnen es zu schelten
„Es ist zu früh“, warnt Mutter Meise
Das Meisenvögelchen weint leise
„Was andre können, kann ich schon lange
Mir ist vorm Fliegen gar nicht bange.“
„Du musst erst stark und kräftig sein,
um dich des Fliegens zu erfreun“
spricht ernst der Vater zu dem Kind
Warum die Eltern so böse sind?
Und als die beiden sind aus dem Haus,
schaut das Meisenvogelkindchen heraus
Ganz schwindlig wird ihm dort hoch oben
Schnell aber hat es sich erhoben
Zu kurzem Flug ins weiche Gras
Genießt die Freiheit mit viel Spaß
Fröhlich hüpfend, denkt das Kind:
'Jetzt nach Hause ganz geschwind!'
Es hüpft und flattert, doch: O weh
Es kommt kein Stückchen in die Höh
Es kann nicht fliegen, so sehr 's sich müht
Sein Flugversuch kommt zu verfrüht
Das Vogelkindchen spürt die Nacht
Die es ganz schwach und müde macht
Es schläft erschöpft am Boden ein
Hat keine Kraft, kann nicht mehr heim
Es träumt, es fliegt so wunderbar
Und fühlt dabei sich sonderbar
Doch leider hat die kalte Nacht
Das Meisenkindchen umgebracht
Was wär die Meise ohne das Fliegen?
Kann doch nicht ewig im Neste liegen
Der Traum ist gut, der Traum ist richtig
Jedoch ist auch der Zeitpunkt wichtig!
Adriana Coban...Du willst alles lesen? Hier kannst Du Dich kostenlos registrieren
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